Was bedeutet EPR für Textilien konkret und was kommt auf Unternehmen in Deutschland zu? Diese FAQ gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Hintergrund, Pflichten, Umsetzung und Vorbereitung.

Grundlagen: Was ist EPR? Umsetzung EU-Richtlinie & Nationales Recht Betroffene Unternehmen Pflichten für Hersteller Umsetzung & Systeme Vorbereitung & Strategie Unterstützung durch GRS PRO Textil
Grundlagen: Was ist EPR?
EPR (Extended Producer Responsibility) bedeutet, dass Hersteller Verantwortung für ihre Produkte über den gesamten Lebenszyklus hinweg übernehmen – einschließlich Sammlung, Sortierung und Verwertung.
Die Textilindustrie verursacht erhebliche Umweltbelastungen. EPR soll helfen, die Kreislaufwirtschaft zu stärken und die Entsorgung sowie das Recycling von Textilien langfristig zu sichern.
Das Verursacherprinzip besagt: Wer Produkte in Verkehr bringt, trägt auch die Kosten für deren Entsorgung und Verwertung.
Ja, EPR gibt es bereits für Verpackungen, Elektroaltgeräte und Batterien.
Ja, aktuell gibt es beispielsweise in Frankreich und den Niederlanden entsprechende Rücknahmesysteme.
Umsetzung: EU-Richtlinie und Nationales Recht in Deutschland
Die Umsetzung wird bis Juni 2027 in nationales Recht erfolgen, verpflichtend wird das System voraussichtlich ab 2028.
Ja, die Einführung ist gesetzlich vorgesehen und wird für betroffene Unternehmen, die mit Bekleidung, Heimtextilien und Schuhen handeln, verpflichtend sein.
Die Grundlage ist die EU-Abfallrahmenrichtlinie (Waste Framework Directive), die mit der Überarbeitung 2025 die Einführung der EPR-Pflicht für Textilien auf EU-Ebene hinzunimmt. Im Kern legt die Richtlinie fest, wie im Sinne einer Kreislaufwirtschaft mit Abfällen in der EU umgegangen werden soll und verfolgt das Ziel, Abfälle möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen – und wenn doch, diese so hochwertig wie möglich zu nutzen.
Nein, aktuell gibt es noch politische Diskussionen und Gestaltungsspielräume. Der derzeitige Stand ist im Eckpunktepapier zur Einführung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien durch das Bundesumweltministerium einzusehen. Der entsprechende Gesetzentwurf für das Textilgesetz wird im Juni 2026 erwartet.
Ja, aktuell besteht noch die Möglichkeit, sich aktiv in den Prozess einzubringen.
GRS PRO arbeitet im Austausch mit anderen Stakeholdern an der entsprechenden Einlassungen lädt betroffene Unternehmen ein, Kontakt mit GRS aufnehmen und sich so organisiert zu beteiligen.
Betroffene Unternehmen
Es sind all diejenigen Unternehmen von der EPR-Pflicht betroffen, die Bekleidung, Heimtextilien und Schuhe als Erstinverkehrbringer in Deutschland in Verkehr bringen.
Ja, auch Online-Händler und Plattformanbieter, die als Erstinverkehrbringer agieren, sind betroffen.
Ja, Importeure gelten als Inverkehrbringer und sind damit ebenfalls betroffen.
Laut des Eckpunktepapiers zur Einführung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Textilien durch das Bundesumweltministerium ist davon auszugehen, dass sich die EPR-Pflicht für Textilien zunächst auf Bekleidung, Heimtextilien und Schuhe beziehen wird.
Aktuell ist davon auszugehen, dass es keine Ausnahmen für kleine Unternehmen geben wird, es gilt die Erstinverkehrbringung.
Pflichten für Hersteller
Hersteller müssen sich registrieren, Mengen melden, Gebühren zahlen und die Entsorgung ihrer Produkte finanzieren. All das übernimmt GRS PRO vollumfänglich für seine angeschlossenen Kunden.
Nicht zwingend – Unternehmen müssen nicht, können sich aber einem Rücknahmesystem bzw. einer PRO anschließen. Für die meisten Unternehmen stellt sich der Anschluss an ein Rücknahmesystem in der Regel als die einfachere und günstigere Option für die Umsetzung der EPR-Pflicht dar.
Die Gebühren orientieren sich in der Regel an Menge und Art der in Verkehr gebrachten Produkte. Ein wesentliches Kriterium dabei ist die Ökomodulierung, das heißt, dass nachhaltigere Produkte mit günstigeren Gebühren belegt werden. Die konkreten Kriterien sind aktuell noch offen und werden im Zusammenhang mit der Ökodesign-Richtlinie definiert.
Die Ökomodulation (Eco-Fee Modulation) ist ein zentrales Instrument in der Regelung der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR), bei dem die Höhe der Lizenzgebühren für Verpackungen oder Produkte sich an deren Umweltfreundlichkeit orientiert. Nachhaltige, recyclingfähige Verpackungen werden durch niedrigere Gebühren belohnt, während für schwer recycelbare Materialien höhere Gebühren entrichtet werden müssen.
Derzeit liegen noch keine konkreten Konzepte für Meldefristen etc. Vor. Typischerweise müssen Unternehmen die Mengen, Materialzusammensetzungen und Produktkategorien melden. Schaut man auf das Beispiel der Batterien, werden jährlich im Mai die sogenannten Erfolgskontrollen veröffentlicht, die dann die entsprechenden Recycling- und Verwertungsdaten transparent machen.
Umsetzung & Systeme
Eine PRO organisiert die Rücknahme, Sortierung und Verwertung von Produkten im Auftrag der angeschlossenen Hersteller. Im deutschsprachigen Raum findet man teilweise auch die Bezeichnung OfH – Organisation für Herstellerverantwortung, was das gleiche meint.
Nicht zwingend – aber in der Praxis ist die Zusammenarbeit mit einer PRO der effizienteste Weg für die Umsetzung der EPR-Pflicht.
Theoretisch ja, praktisch ist das jedoch mit hohem Aufwand verbunden.
Es organisiert Sammlung, Transport, Sortierung und Weiterverwertung der Alttextilien.
Vorbereitung & Strategie
Frühzeitig Datenstrukturen aufbauen, Prozesse prüfen und EPR in die Nachhaltigkeitsstrategie integrieren. Wie genau Unternehmen sich bereits jetzt gut vorbereiten können, weiß GRS PRO und berät gerne im Einzelfall genauer.
Sie reduziert Risiken, schafft Planungssicherheit und kann Wettbewerbsvorteile bringen.
EPR schafft Anreize für Hersteller, eher langlebigere, reparierbare und recyclingfähige Produkte zu produzieren.
Erhöhte Kosten, regulatorische Unsicherheiten und mögliche Wettbewerbsnachteile.
Unterstützung durch GRS PRO Textil
GRS PRO bietet Orientierung, begleitet die Vorbereitung und baut ein Rücknahmesystem für Textilien auf.
Durch langjährige Erfahrung mit Rücknahmesystemen und umfassender Kenntnis der Kreislaufwirtschaft und ihrer Logistik können Unternehmen effizient und rechtssicher vorbereitet werden.
Jetzt – die Vorbereitung vor der gesetzlichen Umsetzung ist entscheidend.
Sie haben noch Fragen?
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