Die EPR-Pflicht für Textilien kommt nach Deutschland. Erfahren Sie, was die Herstellerverantwortung bedeutet, welche Unternehmen betroffen sind und wie Sie sich vorbereiten können.

Die EPR-Pflicht (Extended Producer Responsibility) für Textilien kommt auch nach Deutschland. Sie ist Teil der europäischen Strategie für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.
Das Prinzip ist einfach: Wer Produkte auf den Markt bringt, beteiligt sich auch an den Kosten für deren Sammlung, Sortierung und Verwertung - die Verantwortung ist klar: the polluter pays. Für Textilunternehmen bedeutet das: Hersteller, Marken, Händler und Importeure übernehmen künftig mehr Verantwortung für das, was mit ihren Produkten passiert, wenn sie zu Abfall werden.
Als Producer Responsibility Organisation unterstützen wir Textilunternehmen dabei, sich frühzeitig auf neue Registrierungs-, Melde- und Finanzierungspflichten einzustellen und vorzubereiten. Dabei finanzieren die Gebühren, die die Hersteller entrichten, die Rücknahmesysteme, den Transport und die Sortierung, das Recycling und die Bereitstellung von Fasern zur Wiederverwendung sowie Forschung und Entwicklung für Kreislaufwirtschaftssysteme.
Warum EPR für Textilien?
Die Textilindustrie gehört zu den ressourcenintensivsten Branchen Europas.
- Textilien stehen in der EU an vierter Stelle der umweltschädlichsten Konsumbereiche
- rund 70 % der Textilien bestehen aus synthetischen Fasern
- etwa 35 % des Mikroplastiks in den Ozeanen stammen aus Textilien
- nur 1 % der Alttextilien wird aktuell zu neuen Fasern recycelt
- weltweit landet jede Sekunde eine LKW-Ladung Textilien auf Deponien oder in Verbrennungsanlagen
Die Menge an Alttextilien steigt weiter stark an, während die Qualität vieler Produkte deutlich sinkt.
Dieser Ressourcensituation setzt die EU mit der Einführung von EPR für Textilien ein stabiles System für die Sammlung und das Recycling als Grundlage für eine geordnete Entsorgung und die Wiederverwendung aufbereiteter Fasern entgegen.
Wie ist die Zeitschiene für die EPR-Pflicht für Textilien in Deutschland?
Basierend auf der EU-Abfallrahmenrichtlinie (Waste Framework Directive) sind folgende Termine wichtig:
Oktober 2025
Die EU-Richtlinie tritt in Kraft.
Juni 2027
Deutschland muss die Regelungen in nationales Recht umsetzen.
April 2028
EPR-Systeme für Textilien müssen verpflichtend umgesetzt sein.
Welche Unternehmen sind betroffen?
Die kommende Herstellerpflicht betrifft voraussichtlich alle Unternehmen, die Textilien in Deutschland auf den Markt bringen.
Dazu gehören:
- Modeunternehmen und Marken
- Hersteller von Heimtextilien
- Händler und Handelsmarken
- Online-Shops
- Importeure
Zu den betroffenen Produktgruppen gehören zunächst:
- Bekleidung
- Heimtextilien
- Schuhe
Welche Pflichten kommen auf Hersteller zu?
Mit der Einführung der EPR-Pflicht müssen Unternehmen:
- sich im Herstellerregister registrieren
- Mengenmeldungen durchführen
- EPR-Gebühren zahlen
- die Finanzierung der Sammlung und Verwertung von Alttextilien sicherstellen
Damit Unternehmen diesen Verpflichtungen effizient und jederzeit regelkonform nachkommen und sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können, können sie sich einem Rücknahmesystem bzw. einer Producer Responsibility Organisation wie GRS PRO Textil anschließen.
So können sich Unternehmen frühzeitig vorbereiten
Auch wenn die nationale Umsetzung für Deutschland noch konkretisiert wird, können Unternehmen bereits heute wichtige Grundlagen schaffen. Sie können sich strategisch vorbereiten, die Schnittstellen zum Ecodesign und zur Produktentwicklung prüfen und das Thema EPR entlang der Fristen in ihre Nachhaltigkeitsstrategie integrieren.
Im Rahmen der operativen Vorbereitung können bereits jetzt Daten zu Materialien und Mengen erfasst werden, regulatorische Entwicklungen beobachtet und integriert werden sowie interne Verantwortlichkeiten definiert werden.
Unterstützung für Hersteller: GRS PRO Textil
GRS PRO Textil unterstützt bei all dem vollumfänglich und begleitet Unternehmen bei der Vorbereitung auf die kommende EPR-Pflicht für Textilien in Deutschland.
Wir schaffen Orientierung im regulatorischen Umfeld, bauen ein Rücknahmesystems für Textilien auf und bieten die Plattform für den praxisnahen Austausch in Stakeholder-Dialogen und Forschungsprojekten.
GRS verfügt über langjährige Erfahrung mit Rücknahmesystemen in Deutschland, unter anderem im Batterie- und Elektronikbereich.
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